German property documents labeled Grundbuchauszug, Energieausweis, and Notarieller Kaufvertrag

Checkliste für die Immobilienbesichtigung

Eine Besichtigung dauert selten länger als eine Stunde – und in dieser Zeit entscheidet sich oft, ob Sie ein Objekt weiterverfolgen. Wer vorbereitet hinkommt, sieht mehr und fragt gezielter.

Diese Checkliste führt Sie durch alle Bereiche einer Besichtigung: von der Lage über die Bausubstanz bis zu den Fragen, die Sie dem Verkäufer stellen sollten. Am Ende steht der Punkt, den viele unterschätzen – was die Immobilie neben dem Kaufpreis tatsächlich kostet.

Sie können die Checkliste hier lesen oder als PDF herunterladen und zum Termin mitnehmen.

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Die Checkliste folgt dem Ablauf einer Besichtigung: erst die Vorbereitung, dann der Weg von außen nach innen, und zum Schluss die Fragen und Kosten, die sich erst danach klären lassen. Springen Sie direkt zu dem Abschnitt, der Sie gerade betrifft.

Fordern Sie die Unterlagen ein paar Tage vor der Besichtigung beim Makler oder Verkäufer an. Wer sie vorher gelesen hat, erkennt beim Termin schneller, worauf es ankommt – und merkt, wenn etwas fehlt.

  • Exposé der Immobilie
  • Grundbuchauszug, möglichst nicht älter als drei Monate
  • Lageplan oder Flurstückskarte
  • Energieausweis
  • Bauzeichnungen und Grundriss
  • Wohnflächenberechnung
  • Auszug aus dem Baulastenverzeichnis

Werden Unterlagen nicht herausgegeben, ist das noch kein Ausschlussgrund – aber ein Anlass nachzufragen, warum.

Was Sie zum Termin mitnehmen sollten: diese Checkliste, Stift und Notizblock, ein Maßband oder einen Entfernungsmesser, Ihr Smartphone für Fotos und eine Kompass-App für die Ausrichtung der Räume. Wer genauer hinsehen will, nimmt zusätzlich einen Spannungsprüfer und ein Feuchtigkeitsmessgerät mit.

Die Umgebung bestimmt Wert und Wohnqualität einer Immobilie – und sie lässt sich später nicht ändern. Diese Punkte können Sie prüfen, bevor Sie das Haus überhaupt betreten. Kommen Sie idealerweise etwas früher und gehen Sie einmal um den Block.

  • Verkehrsanbindung – Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und wichtige Straßen
  • Einkaufsmöglichkeiten – Sind Supermärkte, Drogerien und Geschäfte gut erreichbar?
  • Schulen und Kindergärten – Nähe zu Bildungseinrichtungen
  • Ärztliche Versorgung – Apotheken, Arztpraxen, Krankenhäuser
  • Parkmöglichkeiten – Sind ausreichend Stellplätze vorhanden?
  • Nachbarschaft – Wie wirkt das Wohnumfeld? Familien, ältere Bewohner, gemischt?
  • Lärm- oder Geruchsquellen – Straßen, Bahnlinien, Industrie, Landwirtschaft
  • Geplante Bauprojekte – Vorhaben in der Umgebung, die die Wohnqualität verändern können

Ein Tipp: Sehen Sie sich die Lage ein zweites Mal zu einer anderen Tageszeit an. Eine ruhige Straße am Sonntagvormittag kann werktags um acht Uhr ganz anders wirken.

Jetzt beginnt die eigentliche Besichtigung. Der Außenbereich verrät oft mehr über den Pflegezustand als die frisch gestrichenen Innenräume – und hier stecken die teuersten Sanierungen.

  • Dach und Dachrinnen – Zustand der Deckung, sichtbare Schäden oder ausgebesserte Stellen
  • Fassade und Dämmung – Wirken die Außenwände gepflegt? Ist eine Dämmung vorhanden?
  • Fenster und Außentüren – Alter, Zustand der Rahmen, mögliche Undichtigkeiten
  • Garten, Terrasse und Balkon – Zustand, Größe und Ausrichtung der Außenflächen
  • Garage oder Stellplatz – Sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden?
  • Anbauten und Erweiterungen – Wann gebaut, und liegen dafür Genehmigungen vor?

Dach, Fassade und Fenster sind die drei Posten, die bei einer Sanierung am schnellsten fünfstellig werden. Wenn hier etwas ansteht, sollte es in Ihre Kalkulation – nicht erst nach dem Kauf.

Hier bekommen Sie einen Eindruck von Raumaufteilung, Zustand und Wohnqualität. Lassen Sie sich Zeit und öffnen Sie ruhig auch Schranktüren, Fenster und den Zugang zum Keller.

  • Raumaufteilung und Größe – Passt der Schnitt zu Ihren Bedürfnissen, lassen sich die Räume gut nutzen?
  • Raumklima und Gerüche – Wirken die Räume gut gelüftet? Fallen ungewöhnliche Gerüche auf?
  • Deckenhöhe und Lichtverhältnisse – Wie viel Tageslicht fällt herein, und aus welcher Richtung?
  • Wände, Böden und Fenster – Gebrauchsspuren, Beschädigungen, Zustand der Beläge
  • Fenster und Rollläden – Lassen sie sich problemlos öffnen und bedienen?
  • Badezimmer und Sanitär – Zustand von Waschbecken, Dusche, Wanne und Armaturen
  • Küche und Anschlüsse – Sind Anschlüsse für Herd und Spülmaschine vorhanden?
  • Steckdosen – Ausreichend vorhanden und sinnvoll im Raum verteilt?
  • Keller und Abstellräume – Feuchtigkeit, Gerüche, Belüftung
  • Dachboden – Wie wird er genutzt, in welchem Zustand ist er?

Achten Sie besonders auf frisch gestrichene Einzelstellen an Wänden oder Decken. Meistens steckt nichts dahinter – manchmal aber ein Feuchtigkeitsschaden, der überstrichen wurde.

Die technische Ausstattung und der bauliche Zustand bestimmen, welche Investitionen in den nächsten Jahren auf Sie zukommen – und wie hoch Ihre laufenden Kosten sein werden.

Technik und Energie

  • Heizungsanlage – Welche Heizungsart, und aus welchem Baujahr?
  • Wärmeverteilung – Heizkörper oder Fußbodenheizung, in welchem Zustand?
  • Warmwasser – Zentral über die Heizung oder über separate Geräte?
  • Wasserleitungen und Wasserdruck – Funktionieren Hähne und Duschen einwandfrei?
  • Elektrik – Zustand des Sicherungskastens, Alter der Installation
  • Internetanschluss – Ist eine schnelle Verbindung verfügbar?

Bausubstanz

  • Feuchtigkeit oder Schimmel – Besonders im Keller, im Bad und an Außenwänden
  • Risse im Mauerwerk – Kleine Setzrisse sind üblich, größere gehören geprüft
  • Dämmung – Eine gute Dämmung senkt die Energiekosten spürbar
  • Dachzustand – Wann wurde das Dach zuletzt erneuert oder saniert?

Das Alter der Heizung ist die wichtigste Einzelangabe in diesem Abschnitt. Steht ein Austausch an, kann daraus schnell ein fünfstelliger Betrag werden – oft aber auch ein Förderfall. Notieren Sie sich außerdem den Energiekennwert aus dem Energieausweis; er entscheidet mit darüber, welche Förderung für eine spätere Sanierung infrage kommt.

Bei einer Eigentumswohnung kaufen Sie nicht nur die Wohnung, sondern auch einen Anteil an der Gemeinschaft. Deren wirtschaftliche Lage bestimmt mit, welche Kosten auf Sie zukommen – und darauf haben Sie allein keinen Einfluss.

  • Hausgeld – Wie hoch sind die monatlichen Kosten, und was ist darin enthalten?
  • Instandhaltungsrücklage – Reicht sie für absehbare Reparaturen?
  • Protokolle der Eigentümerversammlungen – Welche Beschlüsse wurden zuletzt gefasst?
  • Geplante Sanierungen – Stehen größere Maßnahmen an?
  • Hausverwaltung – Wer verwaltet die Immobilie, wie ist die Gemeinschaft organisiert?
  • Teilungserklärung – Welche Regelungen gelten für Wohnung und Gemeinschaftsflächen?
  • Gemeinschaftseigentum – Zustand von Treppenhaus, Dach, Fassade und Aufzug
  • Sonderumlagen – Gab es welche in der Vergangenheit, sind welche geplant?

Lassen Sie sich die Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen zeigen. Sie sind die aufschlussreichste Unterlage überhaupt: Dort steht, worüber gestritten wurde, was aufgeschoben wurde und was demnächst bezahlt werden muss.

Diese Antworten bekommen Sie nur, wenn Sie danach fragen. Notieren Sie sich die Antworten – bei mehreren Besichtigungen verschwimmt sonst schnell, wer was gesagt hat.

  • Verkaufsgrund – Warum wird die Immobilie verkauft?
  • Vermarktungsdauer – Seit wann steht sie zum Verkauf?
  • Modernisierungen – Was wurde wann gemacht, gibt es Rechnungen oder Nachweise?
  • Betriebskosten – Wie hoch sind Heizung, Strom, Wasser und weitere Nebenkosten?
  • Bekannte Mängel – Gab es Schäden oder größere Reparaturen?
  • Umbauten und Genehmigungen – Liegen für bauliche Veränderungen Genehmigungen vor?
  • Wege- und Nutzungsrechte – Bestehen eingetragene Rechte Dritter?
  • Baulasten – Gibt es Einträge im Baulastenverzeichnis?
  • Eigentümerwechsel – Wie häufig hat die Immobilie den Besitzer gewechselt?

Drei Fragen, die über die Finanzierung entscheiden

Diese drei stehen in kaum einer Besichtigungscheckliste – und sie sind genau die, die später über Konditionen und Machbarkeit mitbestimmen:

Erbbaurecht – Steht die Immobilie auf eigenem Grund oder auf Erbbaurecht? Wenn ja: Fragen Sie nach Restlaufzeit und Höhe des Erbbauzinses. Banken bewerten solche Objekte deutlich anders.

Denkmalschutz oder Sanierungsgebiet – Beides beeinflusst Auflagen, Bewertung und Förderfähigkeit.

Energiekennwert – Er steht im Energieausweis und entscheidet mit darüber, welche Förderung für eine spätere Sanierung infrage kommt

Häufige Fragen zur Immobilienbesichtigung (FAQ)

Wie lange sollte eine Besichtigung dauern?

Planen Sie mindestens 45 Minuten ein. Wenn der Termin auf 15 Minuten angesetzt ist und mehrere Interessenten gleichzeitig durchgeschleust werden, bitten Sie um einen zweiten Einzeltermin.

Sollte ich allein oder zu zweit hingehen?

Zu zweit sehen Sie mehr. Wenn Sie gemeinsam kaufen, sollten ohnehin beide dabei sein – schon weil Sie später gemeinsam entscheiden.

Darf ich bei der Besichtigung fotografieren?

Fragen Sie vorher. In den meisten Fällen ist es kein Problem, solange keine persönlichen Gegenstände der Bewohner zu sehen sind. Bei mehreren Objekten sind Fotos später Gold wert.

Wie viele Objekte sollte ich mir ansehen?

Es gibt keine feste Zahl. Wer den eigenen Finanzierungsrahmen kennt, besichtigt gezielter und braucht weniger Termine – wer ihn nicht kennt, sieht sich oft Objekte an, die ohnehin nicht infrage kommen.

Was ist ein Finanzierungszertifikat?

Ein Nachweis, dass Ihre Finanzierung geprüft wurde. Makler und Verkäufer sehen damit auf einen Blick, dass Sie vorbereitet sind. Mehr dazu auf unserer Seite zum Finanzierungszertifikat.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie in unserem FAQ- & Hilfe-Bereich zur Baufinanzierung.

Nach der Besichtigung

Wenn ein Objekt in die engere Wahl kommt, geht es meist schnell. Zwei Dinge helfen dann:

Sie kennen Ihren Rahmen. In einem Erstgespräch von 30 bis 45 Minuten klären wir, welcher Kaufpreis für Sie tragbar ist und welche Rate zu Ihrer Situation passt. Danach besichtigen Sie gezielter.

Sie können Ihre Finanzierung belegen. Mit einem Finanzierungszertifikat sehen Makler und Verkäufer, dass Ihre Finanzierung geprüft ist. Bei mehreren Interessenten entscheidet das häufiger, als man denkt.

Beides ist für Sie kostenlos, unverbindlich und SCHUFA-neutral

Und für die nächste Besichtigung: Checkliste als PDF herunterladen